Unsere persönlichen Filmempfehlungen

Carol

Im pulsierenden New York der 1950er Jahre verlieben sich die junge, naive Therese (Rooney Mara) und die lebenserfahrene Society Lady Carol (Cate Blanchett). Der repressive Charakter der Zeit zwingt die beiden Frauen jedoch dazu, ihre Liebe zu verheimlichen.  Zunächst laufen die Geschichten Thereses und Carols parallel. Während die junge Therese gefangen ist in der Sinnsuche ihres Lebens, als Fotografin erste Schritte wagt und ihren Freund zunehmend auf Distanz hält, befindet sich Carol inmitten eines Sorgerechtsstreits um ihre Tochter. Längst ahnt ihr Mann den vermeintlich unmoralischen Lebensstil seiner Frau. Als Carol eines Tages im vorweihnachtlich verschneiten New York das Kaufhaus betritt, in dem Therese arbeitet, beginnen sich die Geschichten zu verbinden. Die Blicke, die sich die beiden Frauen binnen Sekunden schenken, machen sinnlich den Kern des Films erfahrbar: Sehnsucht, Begehren, Verführung und somit Gefahren, Geheimnisse und Einsamkeit. Scheinbar zufällig vergisst Carol ihre Handschuhe im Kaufhaus, woraufhin Therese Kontakt zu ihr aufnimmt und schließlich zu Carol nach Hause eingeladen wird. Hier beginnt die Reise: Zwei Frauen, ein Auto, zahlreiche Nächte in Motels. Schlicht eine Reise der Sinnlichkeit entgegen moralischer Normen. Eines Morgens erkennen sie jedoch, dass Carols Mann sie von einem Detektiv hat beobachten lassen. Und erneut greifen die gesellschaftlichen Schranken.

Mit großer Sorgfalt erzählt der Film von einer Liebe zwischen Frauen in einer Zeit, in der Emanzipation Jahre entfernt ist und Frauen schlicht als Accessoire an der Seite eines Mannes gelten. Die Verfilmung des 1952 zunächst anonym veröffentlichen Romans „Salz und sein Preis“ von Patricia Highsmith besticht vor allem durch die gewaltige Sprache der Bilder, durch den hohen Grad an Emotionalität und Sinnlichkeit, der in den Blicken der  beiden Frauen ruht.

Daniela Mahl

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Das Verschwinden der Eleanor Rigby

Für Eleanor und Conor war es die große Liebe. Doch nun, nach 7 Jahren, haben die beiden sich durch einen tragischen Schicksalsschlag einander entfremdet.

An sich hört sich dieser Plot nach nichts Neuem an, aber Regisseur Ned Benson hat sich mit seinem ersten Film etwas Großes Vorgenommen, denn „Das Verschwinden der Eleanor Rigby“ sind eigentlich drei Filme: Ihre Sicht, seine Sicht und schließlich die Version, die auf der DVD zu finden ist, aus Sicht beider Protagonisten. Die Hauptdarsteller Jessica Chastain und James McAvoy verleihen den Figuren unglaubliche Emotion und Tiefe und machen den Film zu ganz großem Kino.

 

Theresa Feuersinger

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Besser als nix
Das Leben ist ein Arschloch

Ein Dorf irgendwo in der norddeutschen Pampa. Eine Kirche, eine Kneipe, eine weiterführende Schule und ein Fußballverein. Fertig ist das soziale Leben. Und mittendrin Tom und seine Clique, die sich abends  am Baggersee treffen, Bier trinken, Musik hören und überall lieber wären als in ihrem öden Heimatort.

Ein Termin bei der Berufsberatung stellt Toms Leben schließlich auf den Kopf. Tom, der gerne düstere Musik hört, schwarzen Kajal trägt, stets dunkel gekleidet ist und bei der Berufsberatung anmerkt, er würde gerne mit Menschen arbeiten , es lieben, draußen zu sein und die Stille mögen, soll sich als Bestattungsfachkraft bewerben. Und eh er sich versieht, ist er Azubi im Bestattungsinstitut „Heimkehr“ und arbeitet mit den skurrilsten Typen der Bestattungsbranche zusammen.

Eigentlich läuft alles viel besser als erwartet, zumal Tom die Liebe in Gestalt der jungen Referendarin Sarah trifft. Aber dann muss Tom mit seinen Kollegen zu einem Todesfall, der ihm den Boden unter den Füßen wegreißt.

Bittere, schwarzhumorige Komödie vom Feinsten mit tollen, jungen Darstellern und Wotan Wilke Möhring.

 

Sylke Baumann-Zielke

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Der Gott des Gemetzels

Eine Handgreiflichkeit zwischen dem 11jährige Zachary und dem gleichaltrigen Ethan, letzterer trägt eine blutige Lippe und knapp zwei ausgeschlagene Zähne davon.
Ein anberaumtes Treffen zwischen den Eltern der beiden Streithanseln soll auf kultivierte Weise Aufklärung und Lösung des Problems herbeiführen. Gestaltet sich der Anfang des Gespräches, trotz nicht zu verleugnender Antipathien,  noch höflich und dem Anlass entsprechend, die mühsam aufrechterhaltenen Fassaden bröckeln unaufhaltsam.
Was folgt ist ein wortgewaltiger Schlagabtausch, verlorene Lebensträume werden beweint und Aggressionen offen ausgelebt. Zurück bleiben müde, desillusionierte Krieger, jeder ein Verlierer…

Wer, der selber Kinder hat, kennt das nicht? Streitereien zwischen Kindern, manchmal nichtig, manchmal wichtig, werden von uns Eltern gerne mal persönlich genommen und die „dumme Gans“ steht schnell im Raum. Und da steht sie lange…

Kerstin Schneider

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Guardians of the Galaxy

Eine grünhäutige Killerin mit dem  Körper einer Sexbombe, ein wortkarger Baum, ein abgebrühter Waschbärmutant, eine sentimentale Kampfmaschine – dies ist die Truppe des selbsternannten Star-Lords, dem Weltraumvagabunden und sympathischen Schurken Peter Quill.

Die Guardians of the Galaxy, dieser wilde, ungezügelte Haufen muss – wie sollte es anders sein – die Welt vor dem größten Miesfiesling aller Zeiten retten. Und wer jetzt denkt, diese Geschichte würde er bereits kennen, der irrt. Denn diese Comic-Verfilmung hat nicht nur alles, was richtig (!!) gutes Unterhaltungskino braucht, sie präsentiert es auch auf neuartige Weise. Freche, witzige Dialoge, skurrile, phantastische Gestalten, gewissenlose Bösewichter und wahrhaftige Helden. Das alles verpackt in knallbunte Farben, unbekannte Welten, atemberaubende Effekte. Und unterlegt mit flippiger Popmusik der späten 70er.

Ein tolles Kinovergnügen nicht nur für Marvel-Fans. Eine gelungene Comic-Adaption, die sich selber nicht allzu ernst nimmt und dadurch erst richtig Spaß macht.

 

Sylke Baumann-Zielke

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God Help the Girl

Es gibt nichts, was Eve (gespielt von der wunderbaren, elfenhaften Emily Browning) lieber machen würde als Musik. Doch in der Klinik, in der sie wegen Magersucht behandelt wird, bietet sich ihr dazu wenig Gelegenheit. Deswegen büchst sie immer wieder aus, um auf Konzerte zu gehen. Auf einem ihrer Streifzüge lernt sie den schüchternen James (Sänger der Newcomer-Band ‚Years and Years‘ Olly Alexander) kennen. Er versteht ihre Leidenschaft für die Musik und gemeinsam mit seiner Gitarrenschülerin Cassie (Hannah Murray, bekannt auf ‚Skins‘ und ‚Game of Thrones‘) gründen sie ihre eigene Band.

„God Help the Girl“ von Belle and Sebastian-Frontmann Stuart Murdoch ist ein Coming-of-Age-Musical, das durch Besetzung, Musik und Kostüme die Atmosphäre für einen ganz besonderen Film schafft. Sollten Sie allerdings kein Fan von Musicals sein, ist dieser Film wahrscheinlich eher nichts für Sie. (Sollten Sie allerdings kein Fan von Musicals sein, sollten Sie überdenken, ob Sie die richtigen Entscheidungen im Leben treffen.)

Theresa Feuersinger

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Interstellar

Die Zeit auf der Erde geht zu Ende für die Menschheit. Die Lebensmittel werden immer knapper, Pflanzen-Krankheiten haben dafür gesorgt, dass es außer Mais keine Getreidearten mehr gibt und der Klimawandel sorgt für ein menschenfeindliches, staubiges Lebensumfeld. Eine Handvoll Wissenschaftler versuchen nun das schier unmögliche: Sie wollen einen Planeten finden, der ähnliche Lebensbedingungen wie die Erde aufweist, damit ein Teil der Menschheit umsiedeln und somit das Überleben der Menschen garantieren kann.

Interstellar ist ein leiser Film, ein Film, der mit physikalischen Gesetzen spielt und an Stellen weiterdenkt, an denen ein Weiterdenken eigentlich unmöglich scheint. Der Zuschauer wird bestens unterhalten und lernt – ganz nebenbei – viel über Schwarze Löcher, Gravitation, die Relativität von Zeit und Raum und andere physikalische Eigenheiten.

Spannende, intelligente Weltraumunterhaltung ohne böse Monster.

 

Sylke Baumann-Zielke

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Grabgeflüster
Liebe versetzt Särge

Eigentlich waren sie füreinander bestimmt, aber der schüchterne Boris Plots war zu langsam…
Was sich für Betty daraus ergeben hat: eine lieblose Ehe mit Hugh und dessen tyrannischer Mutter. Zu diesem Grüppchen gesellt sich seit einiger Zeit auch Meredith, Hughs Geliebte, die – um ihre Ziele zu erreichen - ohne weiteres über Leichen geht.
Darf ein Leben so vergeudet werden? Nein, denn die alte Liebe zwischen Boris (inzwischen Bestattungsunternehmer) und Betty entflammt auf ein Neues. Was also liegt näher, gemeinsam Bettys Tod zu inszenieren und sie so auf elegante Weise aus ihrer unglücklichen Gegenwart in eine glückliche gemeinsame Zukunft zu „überführen“?

Grabgeflüster ist eine klassische Britcom, voller Situationskomik, Herzenswärme und Romantik.

 

Kerstin Schneider

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Sieben verdammt lange Tage

Die Altman-Geschwister können alle keine besonders große Erfolgsbilanz des Lebens vorweisen: Judd hat gerade erfahren, dass seine Frau ihn seit einem Jahr mit seinem Boss betrügt, Wendy lebt mit ihren zwei Kindern und einem Workaholic zusammen, Paul und seine Frau versuchen verzweifelt schwanger zu werden und Nesthäkchen Phillip hat noch nie etwas auf die Reihe bekommen. Der Tod ihres Vaters bringt sie alle zurück in ihr Elternhaus, war sein letzter Wunsch doch, dass seine Familie Schiv’a sitzt, eine siebentäge jüdische Totenwache. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Die Verfilmung des Bestsellers von Jonathan Tropper ist eine gelungene Tragikkomödie, die vor allem von den wunderbaren Schauspielern getragen wird.

 

Theresa Feuersinger

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The English Teacher

Linda Sinclair ist Mitte 40, alleinstehend und zufrieden mit ihrem Beruf als Englisch-Lehrerin in einer Kleinstadt. Wenn sie Abenteuer erleben will, tut sie dies durch die Protagonisten ihrer Lieblingsbücher. Doch die Rückkehr ihres ehemaligen Lieblingsschülers droht ihr behagliches Leben auf den Kopf zu stellen. Jason Sherwood ist am Versuch erfolgreicher Theaterautor in New York zu werden kläglich gescheitert und kurz davor die Kunst für ein langweiliges Anwaltsdasein aufzugeben. Aber das kann Linda nicht zulassen, sieht sie doch großes Talent in Jason. Kurzerhand beschließt sie sein Stück an der High School aufzuführen und kommt ihrem ehemaligen Schüler näher, als sie vielleicht sollte.

„The English Teacher“ ist eine witzige Komödie voller Irrungen und Wirrungen mit Oscar-Preisträgerin Julianne Moore in der Hauptrolle (Ja, sie kann einfach alles spielen!)

 

Theresa Feuersinger

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Familienbande

Sollte sich ein regenreiches Wochenende ganz entsetzlich in die Länge ziehen und in Ihnen erwacht der Wunsch nach Weltliteratur (wenn diese Bücher nur nicht sooo dick und die Sprache soo sperrig wäre), dann empfehle ich einen cineastischen Besuch bei der Familie Mann. Als älterem Bruder gebührt Heinrich Mann der Anfang, unbedingt sehenswert „Der Untertan“ und „Der blaue Engel“. Wurde je ein Finger in die schwärende Wunde der Doppelmoral und Scheinheiligkeit des Bürgertums gelegt, dann hier. Alter Stoff, erschreckend zeitnah.

Auch Verfilmungen von Thomas Manns Klassikern „Der Zauberberg“ und „Felix Krull“ sind mehr als nur sehenswert. Der in sich geschlossene Mikrokosmos eines Sanatoriums in den Bergen, vorrübergehende Bleibe unterschiedlichster Charaktere, in den Zeiten eines herannahenden Krieges. Sie ahnen welches Potential im „Zauberberg“ steckt. Sollten sie es charmanter und beschwingter mögen, dann ist der Lebemann und Hochstapler „Felix Krull“ der richtige für Sie. Ich bevorzuge die alte Version mit Horst Buchholz, der einfach umwerfend aussieht und spielt.

Um den Kreis zu schließen, noch einmal etwas Gehaltvolles, nämlich „Mephisto“ von Klaus Mann. Die Geschichte des Schauspielers Hendrik Höfgen, der es zum gefeierten Star des sogenannten Neuen Reiches gebracht hat.  Höfgen, der sich  mit den Machthabern des Nationalsozialismus arrangiert, die Karriereleiter Sprosse für Sprosse erklimmt und irgendwann mit Entsetzen feststellen muss, den Rückhalt echter Freundschaften dem vermeintlichen Ruhm geopfert zu haben. Absolut grandios und ergreifend, nicht zuletzt dank der überwältigenden Schauspielkunst Klaus Maria Brandauers.

-          Der Untertan

-          Der blaue Engel

-          Der Zauberberg

-          Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

-          Mephisto

 

Kerstin Schneider

 

Zehn kleine Negerlein

Und da wären da noch die Krimis: die skandinavischen schwer und düster, die amerikanischen brutal und actionlastig, die deutschen wortkarg und problembeladen. Und überhaupt war früher alles besser.
So auch dieser Film: Zehn Leute werden auf eine einsame Insel eingeladen. Die Anreise erfolgt per Boot vom Festland auf die Insel, die Rückreise wird am darauffolgenden Montag stattfinden. Herrlich, ein Wochenende all inclusive, endlich mal wieder ausspannen, sich verwöhnen lassen. Wer aber ist der Gastgeber?
Da dieser ganz offensichtlich nicht unter den Gästen verweilt, machen sich diese  - zögerlich und leicht verunsichert – untereinander bekannt.
Wer das alte Kinderlied „Zehn kleine Negerlein“ kennt, weiß was jetzt folgt. Ein Gast nach dem Anderen segnet das Zeitliche, wer aber ist der Mörder?

Ein gruselig-schaurig schöner Film, atmosphärisch dicht und natürlich in schwarz/weiß.

 

Kerstin Schneider

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Saving Mr. Banks

Ausgezeichnet mit 5 Oscars – unter anderem für die junge Julie Andrews als beste Hauptdarstellerin – gehört Mary Poppins zu den erfolgreichsten Disney-Produktionen aller Zeiten. Doch es war ein langer Weg dorthin, denn P.L. Travers weigerte sich lange Walt Disney die Rechte an ihren Charakteren zu verkaufen. „Saving Mr. Banks“ zeigt auf berührende Weise, warum die Autorin niemanden an ihre Figuren Hand anlegen lassen wollte und wie sie es aus Geldsorgen heraus schließlich doch tat.

Ein zauberhafter Film mit den brillanten Hauptdarstellern Emma Thompson und Tom Hanks als sich nicht einig werden wollende Travers und Disney.

Theresa Feuersinger

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Mr. Morgan's Last Love

Der inzwischen 80-jährige Michael Caine übernimmt nach eigener Aussage nur noch dann eine Filmrolle, wenn er beim ersten Lesen des Drehbuchs vollends gepackt wird. Beim Studieren des Scripts von "Mr. Morgan's Last Love" habe er gedacht, dass dies eine der schönsten Rollen sei, die ihm je angeboten wurden. (Stern)
Nach dem Tod seiner geliebten Frau Joan hat der ehemalige Professor Matthew Morgan jegliche Passion in seinem Leben verloren. Von nun an bilden imaginäre Gespräche mit Joan den Kern seines Alltags. Den Kontakt zu seinen Kindern und Mitmenschen hat Matthew auf ein Minimum reduziert, er wandelt wie in Trance durch das Leben. Dann lernt er die um Jahre jüngere Tanzlehrerin Pauline (Clémence Poésy) kennen. Sie reißt den Witwer aus seiner Tristesse, zeigt ihm die Schönheit Paris und die Kostbarkeit des Lebens. Langsam nähert sich Matthew seinen Kindern wieder an, fasst neuen Lebensmut.
Es sind die leisen Töne, die kleinen Schätze des Lebens und die zarten Bilder, die diesen Film so wertvoll machen.

Daniela Mahl

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Frances Ha

Frances ist 27 Jahre alt, ihre Karriere als Tänzerin scheint festgefahren, von ihrem Freund hat sie sich vor kurzem erst getrennt und nun zieht auch noch ihre beste Freundin Sophie aus der gemeinsamen Wohnung aus. Zusammen sind die beiden auf College gegangen, haben zusammengelebt wie ein altes Ehepaar und haben sich gemeinsam durch das Großstadtleben in New York gekämpft. Doch nun, als sie auf die 30 zugehen, scheinen ihre Vorstellungen von der Zukunft nicht die selben zu sein. Während Frances ohne Gedanken an die Zukunft in den Tag hineinlebt und weiter an gemeinsamen Erinnerungen festhält, hat sich Sophie beruflich und privat ein eigenes Leben aufgebaut. Aber bedeutet dies wirklich das Ende einer Freundschaft?
Der Regisseur Noah Baumbach hat mit viel Humor und Liebe zum Detail einen ungemein leichtfüßigen Film geschaffen. Vielleicht liegt es an den sympathischen und doch völlig konträren Charakteren, vielleicht aber auch an den Schwarz-Weiß-Bildern. Eines jedoch steht fest, dieser zarte Film ist eine Hommage an die Freundschaft.

Daniela Mahl

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Das Glück der großen Dinge

Oft sind bei Scheidungen die Kinder die Leidtragenden. So ist es auch bei der kleinen Maisie, als ihre Eltern – eine Rockerin und ein Kunsthändler – sie zwischen die Fronten ziehen. Keiner der beiden hat wirklich Zeit und Muße sich um das Mädchen zu kümmern, kampflos wird das Sorgerecht allerdings auch nicht aufgegeben. So passiert es, dass Beale Maisies ehemaliges Kindermädchen Margo heiratet und Susanna im Gegenzug den jungen Barkeeper Lincoln ehelicht. Von ihren neuen Stiefeltern bekommt Maisie endlich die Aufmerksamkeit, die sie sich immer gewünscht hat – sehr zum Missfallen der leiblichen Eltern.

„Das Glück der großen Dinge“ ist eine berührende Adaption des Klassikers „Maisie“ von Henry James. Die Starbesetzung rund um Julianne Moore und Alexander Skarsgard wird durch Jungtalent Onata Aprile glänzend ergänzt. Ein Film, der das Herz berührt! Unbedingt anschauen!

Theresa Feuersinger

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Mademoiselle Populaire

1958.
Rose möchte ihrem tristen Alltag als Aushilfe in dem Haushaltswarenladen ihres Vaters ein Ende setzen. Nachdem sie sich jede Nacht in den Laden geschlichen hat um auf einer Schreibmaschine schreiben zu lernen, möchte Rose nun aus der tiefen Normandie flüchten und als Sekretärin arbeiten. Da sie für ihren neuen Job, wie es ihr Chef Louis so schön sagt "völlig ungeeignet" ist, allerdings unglaublich schnell maschinenschreiben kann, setzt er sich in den Kopf, Rose solle für ihn die neue Schnellschreib-Weltmeisterin werden. Während der vielen Stunden, die er mit seiner Angestellten verbringt um ihr das Zehnfingersystem beizubringen, übersieht er, wie sich Rose zunehmend in ihn verliebt.
Erst als sie kurz vor der Weltmeisterschaft in den USA steht und sich der Sohn eines Schreibmaschinenherstellers nicht nur beruflicher Natur für Rose interessiert, gesteht sich Louis seine Gefühle ein und erkennt, dass er nun handeln muss.

Mit dieser charmanten Komödie im Retrostil schenkt uns der Regisseur Régis Roinsard eine humoristische Zeitreise zurück in die 50er Jahre. Nahezu niemand wird dem Charme von Déborah Francois und Romain Duris widerstehen können.

Überzeugen Sie sich selbst!

Daniela Mahl

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The Best Offer

Der renommierte Auktionator Virgil Oldman gilt als Meister seines Fachs und genießt das Vertrauen von unzähligen Kunstliebhabern. Während seiner Karriere hat er zahlreiche Auktionen geleitet und sich selbst mit Hilfe seines Freundes Billy eine wertvolle Kunstsammlung geschaffen. Zuhause in einem geheimen Raum schmücken hunderte Frauenporträts aus allen Epochen die Wände. Eines Tages soll sich das Leben des Misanthropen, anfangs noch kaum wahrnehmbar, einschneidend verändern. Eine mysteriöse Frau beauftragt Virgil mit der Veräußerung der Antiquitäten ihrer Familie. Das sonderbare an diesem Auftrag: die Frau tritt selbst nie in Erscheinung.
Dennoch schafft sie es, das Vertrauen des Auktionärs für sich zu gewinnen und weckt schlussendlich nicht nur sein Interesse an den wertvollen Hinterlassenschaften. Zunehmend wird für Virgil dieser Auftrag zum Verhängnis. Doch weder er noch der Zuschauer kann bis zuletzt das Puzzle zusammenfügen.

Dieser Film ist nicht nur Dank der herausragenden Schauspieler Geoffrey Rush, Jim Sturgess und Sylvia Hoeks ein ästhetisches Kunstwerk, Giuseppe Tornatore hat einen Film inszeniert, der an Spannung und Raffinesse kaum zu überbieten ist.

Daniela Mahl

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Hitchcock

Nach dem Erfolg von "Der unsichtbare Dritte" mit Hollywood-Legende Cary Grant möchte sich Alfred Hitchcock nun verändern. Als er das Drehbuch zu "Psycho" in den Händen hält, ist für den Regisseur klar: dies wird sein neuer Kassenschlager. Da sich die Produzenten nur wenig von seiner neuen Idee versprechen, muss Hitchcock die Kosten selbst tragen. Der Regisseur stürzt sich in eine Herausforderung, deren Ausmaß noch Folgen haben wird... Getrieben von seiner krankhaften Selbstliebe und der Obsession für die attraktive Blondine Janet Leigh gefährdet er nicht nur "Psycho" sondern auch seine Ehe mit Alma.

Regisseur Sacha Gervasi wählt mit Anthony Hopkins die perfekte Verkörperung für Alfred Hitchcock. Mit einer ungemeinen Selbstsicherheit spiegelt er die so charakteristische Egomanie der Regie-Legende wider.
Gewährt einen brillianten Einblick!

Daniela Mahl

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Hüter des Lichts

Seit jeher verzaubern die Hüter des Lichts das Leben zahlreicher Kinder. Weihnachtsmann North, Osterhase Bunny, die Zahnfee und der Sandmann halten gemeinsam an einer lang gehegten Tradition fest: Sie bewahren den Glauben, die Hoffnung und die Träume alles Kinder.
Mit diesem kleinen Kunstwerk ist Regisseur Peter Ramsey nicht nur ein Film gelungen, der die Kleinen verzaubert, sondern auch uns "größeren Kindern" unvergleichbare Erinnerungen an die eigene Kindheit schenkt.

Daniela Mahl

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Liebe

Precious. Prècieux. Wertvoll.
Anne und Georg sind seit Ewigkeiten ein Paar, ihre Tochter führt längst ihr eigenes Leben. Immer noch sind sich die beiden in aufrechter Liebe verbunden. Ihr perfekt eingespielter Alltag wird jäh unterbrochen, als Anne nach einem Schlaganfall von heute auf morgen ein Pflegefall wird. Doch auch weiterhin pflegt Georg seine große Liebe aufopferungsvoll, bis auch er an seine Grenzen kommt.
Oscar für den Besten fremdsprachigen Film 2013.

Daniela Mahl

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Tess of the D'Urbervilles

Wie schon so oft liefert die BBC eine wundervolle Mini-Serie, die der Romanvorlage von Thomas Hardy treu bleibt.

Als die bäuerliche Familie Durbeyfield erfährt, dass sie der Blutlinie des alten Adelsgeschlechts der D'urbervilles entstammen, wird die junge Tochter Tess ausgesandt um bei der Verwandschaft vorstellig zu werden. Doch die Begegnung mit ihrem "Cousin" Alec ändert ihr behütetes Leben schlagartig: vergewaltigt von ihrem vermeintlichen Retter, gebärt sie ein Kind und muss von nun an in Schande leben. Das Kind stirbt kurz nach der Geburt und Tess muss sich erneut auf Arbeitssuche begeben, um ihre Familie zu unterstützen. Auf einer Farm lernt sie den Pfarrerssohn Angel kennen und obwohl Tess den Männern abgeschworen hat, verlieben sich die beiden. Als Angel jedoch von ihrer Vergangenheit erfährt, verlässt er sie. Die junge Frau ist am Boden zerstört und als dann auch noch Alec wieder in ihr Leben tritt, nimmt die Geschichte eine tödliche Wendung.

Die Serie ist mit den jungen Talenten Gemma Arterton und Eddie Redmayne grandios besetzt und würdigt Hardys Meisterwerk, das durch die Kritik an der Sexualmoral seiner Zeit einen großen Skandal verursachte, gebührend.

Theresa Feuersinger

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The Artist

Dieses Schmuckstück nimmt Sie mit auf eine Reise zurück in die Zeit der Goldenen 20er Jahre.
George Valentin ist einer der meist gefeierten Schauspieler dieser Zeit und verzaubert täglich sein Publikum in den Hollywood-Kinos. Als der Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm bevorsteht und Georges Karriere an einem entscheidenden Wendepunkt steht, begegnet er durch einen Zufall der charmanten Tänzerin Peppy Miller. Es ist der Beginn einer großen Liebe, die George in einer schweren Zeit Hoffnung schenkt.
The Artist ist eine wahre Hommage an den Stummfilm. Ein Film, der auch ohne Farbe und gesprochene Dialoge den Zuschauer berührt.

Daniela Mahl

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Das Schmuckstück

Ein Film für starke Frauen! Madame Suzsanne (Catherine Deneuve) fühlt sich an der Seite ihres Mannes, Eigentümer einer Regenschirmfabrik, stark vernachlässigt. Sie wird kaum noch als Frau wahrgenommen und lediglich auf ihre Hausfrauenqualitäten reduziert. Doch als ihr Gatte Pujol eine Herzattacke erleidet, muss sie die Geschäfte in die Hand nehmen. Mit viel Herz und Kreativität verleiht sie dem Familienunternehmen neuen Charme. Auch die Angestellten schenken ihr zunehmend Sympathie. Sogar Pujol gefällt die neue Seite an seiner Frau mehr und mehr.
Catherine Deneuve, Gérard Depardieu und Fabrice Luchini machen diesen Film zu einem wahren Schmuckstück.

Daniela Mahl

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Midnight in Paris

Gil Pender möchte einen Roman schreiben. Wo kann man sich besser inspirieren lassen als in der wunderschönen Stadt Paris? Gemeinsam mit seiner Verlobten Inez reist er in die französische Hauptstadt, doch schnell stellt sich heraus, dass die beiden eine verschiedene Vorstellung von Urlaub haben. Während sie lieber tanzen geht, schlendert Gil alleine durch die nächtlichen Gassen. Um Punkt Mitternacht hält ein Oldtimer an, deren Insassen ihn zu einer Spritztour einladen. Gil findet sich plötzlich im Paris der 20er Jahre wieder und trifft auf Personen wie Ernest Hemingway, das Ehepaar Fitzgerald und Gertrude Stein.

Woody Allen in Höchstform. Dieser Film wurde zurecht mit Golden Globe und Oscar für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet. Nach diesem Filmerlebnis versteht man Gil Penders Sehnsucht nach der Vergangenheit und möchte selbst die goldenen 1920er erleben.

Theresa Feuersinger

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A Single Man

Was für ein Film! Der britische Professor George wird auf grausame Weise von seinem Lebenspartner Jim getrennt, denn als Jim seine Eltern besuchen möchte, verunglückt er bei einem Autounfall. Plötzlich muss George alleine weiterleben. Eine bittere Zeit der Einsamkeit und Isolation. Er tröstet sich mit Erinnerungen an die geimeinsame Zeit und wird von seiner langjährigen Freundin Charley aufgemuntert.
Die Bilder und die Filmmusik sprechen für sich. Melancholisch und klangvoll lassen sie den Handlungsakt in den Hintergrund rücken und verzaubern die Zuschauer! Selten gelingt es einem Regisseur Schauspieler, Handlung und Soundtrack in ein derart melodisches Meisterwerk zu verwandeln.
Ein Film der wahrlich schöne Stunden schenkt.

Daniela Mahl

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